Kambodscha Winter 2005/2006

Besichtigung von Angkor Wat, Phnom Penh und Kep
Zwischenlandung in Abu Dhabi. Dafür, dass die Moslems kein Weihnachtsfest kennen, dekorieren sie ihre Flughäfen sehr geschmackvoll. Eine Nacht müssen wir in Bangkok verbringen. Dass das thailändische Essen extrem lecker ist, wussten wir aus eigener Erfahrung... ... das wäre doch mal was für zwischendurch: "Skorpion to go" - oder doch lieber Made? Es gibt drei Möglichkeiten, von Poipet nach Siem Rep, sprich Angkor, zu kommen: Mit dem öffentlichen Bus, das ist ätzend, mit dem Pickup, das ist lebensgefährlich und mit einem privaten Taxi. Das ist spießig aber am angenehmsten. Gleich an der Grenze wird man darauf angesprochen. Wir haben Glück, denn Andrew und Kate, zwei Engländer wollen ebenfalls nach Angkor und wir teilen uns ein Auto. Die erste Verblüffung erleben wir beim Tanken. Thailand ist im Prinzip ein High-Tech Land. Von dort nach Kambodscha zu reisen, ist vergleichbar mit einem Zeitsprung. Die Nationalstrasse Nr. 5, im weiteren Verlauf nach Siem Reap die Nr. 6, zählt so ziemlich zu den beschissensten (sorry) Strecken, die ich erlebt habe. Es ist eine Naturstrasse mit Meter tiefen Schlaglöchern und Bodenwellen.
Die Autos und Lkw's rasen in einer abartigen Geschwindigkeit über diese Piste (daher auch die längeren Federwege an "unserem" Toyota) Besondere Aufmerksamkeit ist an jeder Brücke geboten ... ... da fehlt dann gerne mal ein Stück In der Trockenzeit sieht man durch den Staub der vorausfahrenden Autos praktisch nichts. Jeder Überholvorgang ist eine Wette. Einen besonderen Charme hat das Überholen besonders für den Beifahrer. In Kambodscha herrscht Rechtsverkehr. Da die meisten Autos aber aus Thailand (Linksverkehr) importiert werden, ist das Steuer auf der "falschen" Seite und der Beifahrer sieht dem Tod immer zuerst ins Auge. Angkor bezeichnet eine Region nahe Siem Reap und war vom 9. bis 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja. Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen - allen voran durch Angkor Wat, den größten Tempelkomplex der Welt. Drei Tage haben wir für den Besuch der Anlage von Angkor eingeplant. Es ist DIE Sehenswürdigkeit in Südostasien. Weltkulturerbe der UNESCO und mit absolut nichts zu vergleichen.
Vom mittleren, höchsten Turm hat man einen unglaublichen Blick über den kambodschanischen Urwald. Schwindelfrei sollte man schon sein. Die Belichtungszeit sicherheitshalber ganz kurz einstellen, dann ist der Sturz scharf auf dem Foto. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden nacheinander mehrere Hauptstädte und in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel errichtet. Bis heute wurden bereits mehr als 1.000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Es gibt Vermutungen, dass im Großraum von Angkor am Höhepunkt des historischen Königreiches bis zu 1 Million Menschen auf etwa 1.000 km² gelebt haben könnten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die neu gegründete École française d'Extrême-Orient (EFEO) ihre Arbeit auf. Pläne des gesamten Areals wurden angefertigt, die mittlerweile fast 1.000 bekannten Tempel und Heiligtümer katalogisiert, die rund 1.200 gefundenen Inschriften übersetzt und es wurde damit begonnen die Tempel aus der tropischen Vegetation freizulegen. Die Arbeit der Restauratoren musste während des 20. Jahrhunderts mehrfach unterbrochen werden. 1975, nach der Machtübernahme der Roten Khmer, mussten die Wissenschafter das Land verlassen und die Arbeit in Angkor kam vollständig zum Erliegen. Der Bayon ist neben Angkor Wat die bekannteste und eindrucksvollste Tempelanlage in Angkor - berühmt vor allem wegen seiner Türme mit meterhohen aus Stein gemeißelten Gesichtern. Im späten 12. Jahrhundert begann König Jayavarman VII. (regierte von 1181 bis ca. 1219) mit dem Bau der neuen Hauptstadt des Khmer-Reiches, Angkor Thom (große Stadt). Im Zentrum der 9 km² großen, von einer Mauer umgebenen, etwa 1 km nördlich von Angkor Wat beginnenden Stadt wurde der Bayon als Haupttempel errichtet. Die großen Tempel wie der Angkor Wat oder auch der dem Buddha geweihte Bayon waren nicht als Versammlungsorte für Gläubige errichtet worden, sondern als Paläste der Götter. Es gibt also keine weiten offenen Flächen oder Räume, sondern ein zentrales Heiligtum für den Gott, dem der Tempel geweiht war, und oft eine Vielzahl kleinerer Nebenheiligtümer, verbunden durch Tore und Gänge.
Während des 13. Jahrhunderts kam es zu einer heftigen Reaktion gegen die buddhistische Phase Angkors. Die meisten Buddha- Statuen Angkors wurden zerstört (Archäologen schätzen deren Zahl auf über 10.000, von denen nur wenige erhalten blieben) und buddhistische in hinduistische Tempel umgewandelt. Nicht zuletzt aus handelspolitischen Gründen wurde das Zentrum des Khmer-Reiches nach Süden, in die Region des heutigen Phnom Penh verlegt. Angkor wurde jedoch nicht vollständig verlassen. Der Gebäudekomplex Ta Prohm, bestehend aus Tempel, Kloster, weiteren kleineren Gebäuden und der umgebenden Mauer mit Ecktürmen und Gopurams (Eingangspavillons), liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich von Angkor Wat. Eine besondere Stellung unter den Tempelanlagen von Angkor und in den Plänen von Besuchern nimmt Ta Prohm wegen des halbverfallenen Zustandes ein. Die Restauratoren und Architekten der École française d'Extrême-Orient (EFEO), die ersten, die in der Neuzeit begannen, die Tempel zu restaurieren, beschlossen, einen Tempel in dem Zustand zu belassen, in dem sie die meisten vorfanden. Die Wahl fiel auf Ta Prohm. Wie überall in Angkor waren aus Stein gebaute Gebäude religiösen Zwecken vorbehalten. Die Menschen, auch der König, lebten in Häusern aus Holz. Das ist auch der Grund, weshalb nur die Tempelanlagen die Jahrhunderte überstanden, während alle weltlichen Gebäude dem tropisch-feuchten Klima zum Opfer fielen. Besonders eindrucksvoll sind die Würgefeigen (Ficus virens) und die noch größeren Tetrameles nudiflora, deren Wurzeln ganze Gebäude überwachsen.
Der Grundriss praktisch aller Tempel entspricht der Weltsicht des Hinduismus: Im Zentrum steht der höchste Turm (Prasat) mit dem zentralen Heiligtum als Repräsentation des Berges Meru (im Himalaya), auf dem die Götter wohnen. Der Hauptturm ist umgeben von vier kleineren Türmen, den Bergen neben dem Meru. Die punktsymmetrische Anordnung wird als Quincunx-Stellung bezeichnet. Die äußere Begrenzung bildet schließlich ein Wassergraben, der den Ozean versinnbildlicht. Abschließend besteigen wir den Phnom Bakheng, um von dessen Gipfel den abendlichen Blick auf die gewaltige Anlage mit den Türmen Angkor Wats zu genießen... ... die Idee hatten auch noch ein paar andere. Mädchen An unserem letzten Tag besuchen wir noch einige Tempel in der näheren Umgebung Sieam Reaps. An einen der Tempel ist eine Schule angeschlossen...
075 Schule Der See befindet sich in etwa 10 km Entfernung von Siem Reap und bietet jedes Jahr im Juni ein einzigartiges Naturphänomen ... ... Der Mekong führt zu dieser Zeit auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu 4 mal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Da Kambodscha ein großteils sehr flaches und ebenes Land ist, drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, und dieser wechselt die Fließrichtung. Die Wassermassen drängen zurück in das Becken des Tonle Sap und füllen den See, der während der trockenen Jahreszeit eine Oberfläche von 2.600 – 3.000 km² aufweist, bis er auf ca. 10.400 km² (inkl. umliegende Flusslandschaften: bis zu 25.000 km²) anwächst und bis zu fünf mal so tief ist (von 2–3 m auf 14 m). Der Höhepunkt der Überflutungen wird im September erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfläche Kambodschas von Wasser bedeckt. Für den Fischfang beginnt im November die Hauptsaison, wenn die Wassermenge des Sees langsam wieder abnimmt und der Fischreichtum nach den Monaten des Hochwassers seinen Höhepunkt erreicht hat. Schätzungen zufolge werden in Kambodscha insgesamt (inkl. Küstenfischerei) jährlich 225.000 Tonnen Fisch gefangen, der Großteil davon in den Binnengewässern und davon wiederum die Hälfte im Tonle Sap. 086 TonleSap Am Tonle Sap See
Am Tonle Sap See - Stau Der See dient auch als Verkehrsweg. Fähren verbinden die im Nordosten des Tonle Sap gelegene Stadt Siem Reap mit der Hauptstadt Phnom Penh im Süden und über den im Nordwesten in den See mündenden Fluss Sangker mit Battambang, der zweitgrößten Stadt des Landes. Wir wählen das Schnellboot für unsere Weiterreise in die Hauptstadt des Landes - Phnom Penh. 102 TonleSap Kaum hat das Boot angelegt, stürzen sich Massen an Taxifahrern, "Reiseführern" und Schleppern auf die Touris, um ihnen Hotel, Tickets und Ausflüge aufzuschwatzen. Der Zentralmarkt - Phsar Thmei (Khmer „Neuer Markt“) wurde in den Jahren 1935 bis 1937 im Art Déco errichtet.
Phnom Penh hat zwei Millionen Einwohner (Stand 2006) und liegt im Südwesten des Landes am Tonle Sap, einem Zufluss des Mekong. Die Stadt ist Sitz einer Universität und eines Technikums. Während des zweiten Indochina-Krieges wurde Phnom Penh mehrfach von Vietcong-Einheiten angegriffen. Vor dem Hintergrund der schweren Bombardierungen Kambodschas durch die US-Luftwaffe (1969-1972) und den militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungstruppen von General Lon Nol und den Roten Khmer flohen Zehntausende von Bauernfamilien in die Stadt, die Anfang 1975 auf etwa zwei Millionen Einwohner angewachsen war. Hier, inmitten Phnom Penhs finden sich viel günstigen Unterkünfte für die Traveler und zahlreiche Restaurants mit traumhaftem Blick auf den See. Pünktlich um 6 Uhr versinkt die Sonne hinter dem Horizont. Als wir einige Jahre später an gleicher Stelle saßen, war vor lauter Wasserpflanzen vom See fast nichts mehr zu sehen. Dank der vielen Lodges und mangels einer funktionierenden Kanalisation ist für "Düngung" ausreichend gesorgt. Mit dem Bus wollen wir hinunter nach Süden. 4000 Real sind ein US$. Kostet etwas 1,50 Dollar, gibt man 2 und erhält 2000 Real zurück. Beide Währungen werden parallel verwendet. Kep liegt nur wenige Kilometer entfernt von der vietnamesischen Grenze und hat einen direkten Zugang zum Meer.
Zu Zeiten der Französischen Besatzung war es das Seebad der oberen 10.000. Die Roten Khmer verwüsteten die Stadt vollkommen. Seither stehen die alten Häuser, in denen man heute noch die Einschusslöcher sehen kann, leer. Neben den alten Kolonialbauten haben sich einige Resorts angesiedelt, die der kleinen Stadt langsam wieder zu etwas Leben verhelfen. Der Strand ist für europäische Verhältnisse ein Graus. Asiaten haben zum Thema "Strand" aber eine ganz andere Einstellung. Nachdem viele nicht schwimmen können, ist es nicht so wichtig, ob der Sand feinkörnig ist oder das Wasser klar. Wichtiger ist, dass es diese kleinen überdachten Picknickplätze gibt, auf denen sich die Familien am Wochenende ausbreiten und Berge von Reis, Fisch und Kurzgebratenem verschlingen. Dass es nach diesen allwöchentlichen Invasionen in der Regel aussieht, wie auf einer Müllkippe, freut in erster Linie die Affen. Direkt am Wasser findet man verschiedene Fischrestaurants. Die Bedienung watete nach unserer Bestellung tatsächlich hinaus zu einem der Boote und holte den Fisch direkt von dort.
Koh Tonsay - Kep direkt vorgelagert. Nicht spektakulär aber ganz nett. Auf der Insel befindet sich ein kleines Resort mit Restaurant. Die Krönung erlebten wir aber, als wir zurückkamen. Für den Tag hatten wir uns ein kleines Moped von einem der "Taxifahrer" ausgeliehen. 5 Dollar/Tag. Als wir von der Tour nach Rabbit Island zurückkommen, ist das Ding weg. Den Zündschlüssel hatte ich in der Hand, Lenkradschloss gab's nicht. Die ganze Strasse suchen wir ab, bis wir einen jungen Typen mit dem Teil auf uns zufahren sehen. Er kennt den Besitzer und hat es sich nur kurz ausgeliehen, weil er so viel zu schleppen hatte. Wir schütteln nur den Kopf, sind jedoch zutiefst erleichtert. Nicht auszudenken, was da auf uns zugekommen wäre. Eingemietet hatten wir uns im Veranda Guesthouse. Eine wunderschöne Anlage mit Holzbungalows, die über Brücken miteinander verbunden sind. Der Blick vom Restaurant alleine ist schon der Hammer. Am kommenden Tag mieten wir uns nochmals ein Moped. Das Ziel ist Kompong Trach. Mit seinen bizarren Karsthügeln, die aus der weiten Ebene herausragen, erinnert es an die trockene Halong Bay in Nordvietnam. Hauptverkehrsmittel sind die kleinen Honda Mopeds - unglaublich, was für Lasten damit befördert werden. Ausnahmslos alles wird damit in der Gegend herumgefahren.
Und weil man nicht gern zwei Mal fährt, packt man eben etwas mehr drauf. Körbe wiegen ja fast nichts ... Sprit wird in 1,5 Liter Colaflaschen verkauft. Wieviel Oktan das Zeug tatsächlich hat, möchte ich lieber nicht wissen. Immer und überall - lachende Kinder. Der letzte Abend in Kambodscha. Nach wie vor ist es mir vollkommen schleierhaft, wie man in Dubai oder Abu Dhabi Urlaub machen kann - aber mei, jedem das Seine.