Philippinen 2001

Boracay - nothing else
Caticlan Domestic Airport Seair - Mit der 2-Motorigen LET L-410 fliegen wir aus dem Moloch Manila nach Caticlan, dem kleinen Flugplatz am Nordende von Panay. Die kleine Maschine besitzt STOL- Eigenschaften (Short Take-Off and Landing) - und das ist in Caticlan nötig. Mit dieser philippinischen Antwort auf die thailändischen Tuk Tuks geht es vom Flughafen zum Anleger. Boracay ist von Panay, der Insel, auf der wir gelandet sind, durch eine Meerenge getrennt. Flachwasserpersonenbefördrungs- Sch...haus ... So nannte Bernhard, ein Bekannter, diese Boote. Die beiden Ausleger sind mit Nylonseilen am Rumpf befestigt. Immer wieder mal sinkt eines. Für mehrtägige Reisen gibt es diese Fahrzeuge auch größer, mit "Küche" und "WC" aber genauso schrottreif. White Beach - Dieser Strand machte Boracay bekannt. 3 Kilometer lang, verfügt er über drei "Boating Stations". Wir müssen bis ganz nach "hinten", denn wir wollen in die nächste Bucht, Diniwid.
Es geht tatsächlich, 3 Wochen (fast) nichts zu tun. Im Vordergrund Heli - Helmut Lichtenberg - mehrmaliger Deutscher Meister in der Superbike Klasse. D Spider House - Niemals wieder haben wir Vergleichbares gefunden. Das Wohnzimmer vom Boot aus. Die ganze Anlage. Das "Spider House" ist kein Haus, es sind überdachte Terrassen, direkt in die Klippen gebaut, bei denen man zur Not ein paar Rollos herunterlassen kann. Der Zugang entweder über das Meer (Bei Ebbe kann man zum Strand waten) oder durch eine Höhle, in der man sich regelmäßig den Kopf anschlägt. Bootstour - Ballast war genug vorhanden. Keine Ahnung, ob das Tierchen giftig ist. Die Mäuler sind so klein, dass die Schlangen keinen Schaden anrichten können. Etwas aufpassen muss man nur auf seine Finger und die Zehen.
Alle 2 - 3 Tage gehen wir vor zum Whitebeach. Das ist das touristische Zentrum Boracays, man kann fast sagen, der Philippinen. Hier wechseln wir Geld, erledigen ein paar Einkäufe oder schlendern einfach nur so herum. Fangfrischer Fisch Hinter den Verkaufsbuden für Sarongs, Taucherbrillen und Badelatschen gelangt man zum Markt. "Cooking Service" ist eine ideale Einrichtung. Man kauft sich auf dem Markt, worauf man Appetit hat, in einer der Küchen wird einem das Essen dann so bereitet, wie man es möchte. Kühltheke? - lächerlich! White Beach
Nachdem wir also doch die ganze Strecke wieder einmal zurück laufen mussten - satte 4 Kilometer - war zwischendurch eine Stärkung dringend notwendig. Und so ist es dann zur Rush Hour Sundowner - Jeder bekam seine Coke-Rum mit einer Calamansi (kleine Limette) am Rand, dann wartete man darauf, wie die Sonne diesmal im Meer versinken würde. Hinter einer Wolke, klar und knallrot oder vielleicht noch mit Segelboot davor - nur, dass sie untergeht, da waren wir uns sicher. Das Schaupiel dauert nur wenige Minuten. Wir machten uns selber Stress und planten nach zwei Wochen Herumgammelns einen Ausflug nach Caticlan zum Markt. Um kurz nach sechs in der Früh ging's bereits los.
Hier waren wir vor zwei Wochen angekommen. Real - einmal hin, alles drin. Man muss sich keine Illusionen machen. Das, was da liegt hatten wir abends auf dem Teller. Sobald man den Fotoapparat hoch nahm, grinsten die Menschen und zogen eine Show ab. Wir "Langnasen" waren natürlich die Attraktion. Dann das Wichtigste, Kauf eines Bolos. Das Bolo ist das absolute Allzweckwerkzeug für die Philippinos. Eine Mischung aus Beil und Machete. Damit wird der Bambus geschlagen, werden Boote gebaut, Brennholz gespalten und abends in der Küche das Fleisch geschnitten. Natürlich war ich umringt von zahlreichen "Beratern" und entschied mich am Ende für das mit der am wenigsten verrosteten Klinge. Zu dem Bolo gab es eine Holzscheide, die war zu Hause bereits von Termiten aufgefressen.
Terminvereinbarung nicht zwingend notwendig. Bernhard ein Freund von Heli verbrachte regelmäßig den Winter auf Boracay und ließ sich irgendwann dieses Boot bauen. Der Mast hatte eine Höhe von 10,55 Meter - Tenbibdipipe Bernhard fuhr eine Woche vor uns ab, das Boot musste auf den Strand geschoben werden und für die beginnende Regenzeit abgetakelt. Es ist immer eine Frage der Aufgabenverteilung - der eine fotografiert, die anderen schieben. Roy, der Zimmermann, der das Boot baute. Wie ein Affe, ist er den Mast rauf, um die Strippen abzuklemmen. Fast am letzten Tag hab ich es dann doch noch geschafft. Hab mir ein uraltes Mountainbike geliehen und die Insel erkundet.
Schwein gehabt. Boracay ist ca. 7 Kilometer lang und einen Kilometer breit, für einen geübten Radfahrer wie mich also eine durchaus zu bewältigende Distanz. Es gibt einen offiziellen "Highway" auf Boracay - das ist er. Blick in Richtung Nordost auf das südchinesische Meer. Auf dieser Seite der Insel gibt es eine große Höhle mit zahlreichen Fledermäusen, die bei Dunkelheit über den Himmel ziehen - Bat Cave. Dorthin wollte ich, wurde von Kindern über 1000 Trampelpfade durch den Dschungel zum Eingang geführt und, als ich den vollkommen überzogenen "Lohn" für die Führung nicht zahlen wollte, einfach stehen gelassen. Dank meines unglaublichen Orientierungssinns, habe ich es aber doch geschafft, der "Grünen Hölle" zu entkommen. Das war es dann auch schon wieder. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir über die Bergkuppe mit den Palmen am Ende der Startbahn hinweg kommen. Für den Anlauf wurde wirklich der letzte Zentimeter der Piste genutzt. Und dann das - Schnee!!! Ich war fertig mit der Welt, aus dem Paradies zurück in die Realität katapultiert.