Philippinen 2007

Siquijor und Negros
Dumaguete - Gepäckausgabe - Die Jungs in Grün haben die Aufgabe, aus den Bergen von Gepäck das jeweils richtige herauszusuchen. Das machen sie mit Hilfe des Gepäckabschnitts. Das heißt, sie vergleichen die Nummern. In der Regel dauert es etwas, bis man das ein Meter entfernte Gepäckstück dann auch tatsächlich erhält. Je öfter wir auf die Philippinen fliegen, desto mehr haben wir den Eindruck, dass es zwischenzeitlich zum Sport unter den Fahrern geworden ist, das eigene Gefährt zu verschönern. Die Zugmoppeds sind sowieso schon hoffnungslos untermotorisiert, was die Fahrer aber nicht davon abhält Tonnen von Stahl für die Ausstattung des Beiwagens drauf zu legen. Siquijor - Siquijor ist die "Geisterinsel" der Philippinen, um die man zur eigenen Sicherheit eigentlich lieber einen großen Bogen machen sollte. Healer, Schamanen und jede Menge anderer "Zauberer" treiben hier ihr (Un)wesen. Wenn man etwas esoterisch angehaucht ist, ist das Eiland genau das Richtige. An jeder Ecke findet man jemanden, der durch Auflegen von Steinen, umgedrehten Gurkengläsern oder mittels Strohhalmen in Wasserschälchen pusten, Schmerzen lindert. Wir wollten einfach nur baden und hatten ein wirklich nettes Cottage an diesem traumhaften Strand - bei Flut. Siquijor - So sieht das dann bei Ebbe - Low Tide - aus. Nela hatte in ihrer Mail extra noch gefragt - kann man bei Ebbe schwimmen? - Ja, klar. Dass man dazu 2 Kilometer laufen muss, stand nicht in der Mail. Ein "Problem", dass man an den Stränden SO-Asiens häufig hat. So schön sie auf der Postkarte aussehen, so ungeeignet sind sie zum Baden. Siquijor - Dennoch - die Landschaft und der Blick sind traumhaft und wir genießen unseren Aufenthalt. Siquijor - Unser Cottage war sogar 2-stöckig und mit allem Notwendigen ausgestattet. Den Kühlschrank nutzten wir ausgiebig, den Herd nie.
In der Hoffnung, an einem anderen Strand der Insel eventuell ganztägig ins Wasser gehen zu können, besichtigten wir so ziemlich jeden Sandhaufen mit mehr, als zwei Meter Länge. Auch wieder traumhaft - aber nur zum anschauen. Osterprozession - Wegen der Regenzeit gibt es nur zwei Reisetermine mit schulpflichtigen Kindern für Asien, Weihnachten und Ostern. Diesmal ist es Ostern. Das ehemalige Archiv des Klosters. Die Philippinen sind als einziges Land in der Region christlich, sprich katholisch. Die Spanier, welche die Philippinen lange Zeit besetzten sind dafür verantwortlich. Beeindruckend daher die Osterprozession am Karfreitag und der anschließende Gottesdienst in der noch von den spanischen Besatzern errichteten Kirche. Überraschend gut erhalten präsentiert sich der alte Sakralbau auch im Inneren. Nachdem die Skulpturen ihren Weg in die Kirche wieder gefunden hatten, setzte ein wahrer Run auf den Blumenschmuck ein. Ein jeder wollte etwas davon mit nach Hause bringen. Versprach er sich davon doch Glück, Gesundheit und vielleicht auch Wohlstand.
Ostersamstag, wir wollten hinüber nach Negros. An Ostern ist die eine Hälfte der Philippinos unterwegs, um die andere zu besuchen - Hauptreisezeit. Am Donnerstag hatte ich extra Tickets zurücklegen lassen, da am Karfreitag der Schalter natürlich geschlossen hatte. Heute wusste niemand mehr davon. Die Tickets hingen zwar hinten an der Pinnwand, so wie der Mensch sie am Donnerstag dorthin gehängt hatte - fanden aber keine Beachtung. Vorher kaufen gegen Bezahlung ging nicht. Das war das erste und bisher einzige Mal, dass ich die Contenance verlor. Auf diesen fahrenden Wracks durfte man nur mit Sitzplatz einchecken. Geradezu lächerlich. Dem Security-Fritzen erzählte ich etwas von verpassten Flugzeugen nach Germany und Tausenden von Dollars, die das kostet, wenn er uns jetzt nicht auf diesen vergammelten Kahn lässt - es funktionierte. Sugar Beach - Unser Domizil vom Vorjahr. Diesmal machten wir das Family Cottage im Driftwood klar. Im Vergleich zu Siquijor eine Idylle. Nichts gegen die Geisterinsel, in Punkto Strand und Herumgammeln ist der Sugarbeach aber fast nicht zu toppen. 17 Frühstück Irina war mit ihren Locken für diese Horde junger Koreanerinnen das gefundene Fressen. Jede ließ sich neben ihr ablichten. Entweder Sandstrand oder Riff, beides ist meist schwierig. Zum Schnorcheln ließen wir uns mit dem Boot in ein Naturschutzgebiet fahren.
Ein weiterer Pluspunkt für den Sugar Beach - er liegt an der Westseite der Insel. Mantschi - Und wenn es nach 6 dann dunkel wird, beginnt der gemütliche Teil. Billard ist auf den Philippinen Volkssport. Gegen Jogis Bedienung im Sulu Sunset hatte ich keine Chance. Unsere Bleibe im Driftwood. Wir hatten Glück, eins der wenigen großen Häuser am Beach für vier Personen. Ostern ist Reservieren dringend angeraten. Für uns war die Entscheidung, von Siquijor zu verschwinden jedoch kurzfristig. Restaurant - Mit weitem Abstand die beste Küche gab es im Driftwood. Es war interessant zu beobachten. War das Restaurant im Driftwood stets gut gefüllt, so saß abends in der Bar kein Mensch. Dann verlagerte sich das Treiben hinüber zu Jogi ins Sulu Sunset. Sogar Peter, der Besitzer vom Driftwood trank sein Feierabend-Bier dort. Peter, der Besitzer des Driftwood, ein Schweizer, vermietete mir seine 250er. "Immer schön aufpassen, auf welcher Seite der Wasserbüffel angebunden ist" waren seine Worte, als ich aufbrach.
Vermutlich Candoni. Das dürfte Kabankalan sein. Kabankalan - auf dem Weg zum nächsten Geldautomaten. Negros ist die Zuckerrohrinsel der Philippinen. Bis aufs Blut wurden die Landarbeiter von den Zuckerbaronen ausgebeutet. Von 1985 an viel der Zuckerpreis auf dem Weltmarkt aber so stark, dass bereits das Schlagen des Zuckerrohrs ein Verlustgeschäft darstellte. Die Weigerung der Zuckerbarone, wenigstens einen Teil der brach liegenden Landfläche den bedürftigen Arbeitern zum Anbau von Süßkartoffeln zu überlassen, ließ seinerzeit viele verzweifelte "Negrenses" in die Berge gehen und sich der regierungsfeindlichen und kämpfenden NPA anzuschließen. Auf dem Weg zur Ernte No worries
Relaxen pur Für uns war es das leider auch schon wieder. Der übliche Schwenk mit der Tragfläche des Jets über die Hauptstraße von Dumaguete, dann ging es ab nach Manila und weiter mit Emirates über Dubai nach München. 5 Stunden in Dubai - immer "Klasse"