Spanien 2010

Motorradtour an Ostern 2010 durch Andalusien.Zwischenstop im Enduropark Aras bei Malelobo.
Wilder Zeltplatz - Zwischen Piacenca und Genua an der SS45 biege ich links auf einen kleinen Feldweg ab, der kurz darauf massiv ansteigt... Wilder Zeltplatz - Obwohl relativ weit oben am Berg, ist der Platz vollkommen versumpft. Das Zelt kann ich in einer trockenen Senke aufschlagen, die BMW schläft im 1. Stock. Wilder Zeltplatz -Es wird Ende März einfach noch verdammt früh dunkel, dennoch ist der Ausblick famos. Wilder Zeltplatz - Aufbruch am nächsten Morgen. Runter ist es deutlich einfacher. Gestern Abend musste ich bei der Auffahrt allen Mut zusammen nehmen, um mit Vollgas den steilen und morastigen Weg hinauf zu kommen. Bereits der dritte Tag. Nach einem verregneten Start noch in der Dunkelheit reißt mit Passieren der spanischen Grenze der Himmel auf und es präsentiert sich dieser Blick auf die Berge. Tomm Wolf, alias Malelobo - Kleine Demonstration im Enduropark Aras, wie bekomme ich ein im Sand eingegrabenes Bike wieder flott?
Kleiner Ausflug ins Gelände nahe des Enduroparks Aras. Hunderte kleiner Waldwege zweigen von den Strassen ab. Ein Paradies für Enduristen. On-Road in der Nähe des Enduropark Aras' Zahlreiche kleine Dörfer liegen verstreut auf den Gipfeln oder an den Hängen. Meist jedoch sind sie von der Ferne interessanter, als wenn man direkt in ihnen ist. Zwei Mal waren wir an dieser Hütte bereits vorbei gefahren und hatten keine Idee, was es sein soll. Ofen, Stall oder Bushaltestelle? Schließlich sahen wir nach - eine Schutzhütte mit Feuerstelle und zwei Bänken. Nicht ganz der kälteste Tag aber sicher einer der anstrengendsten. Zu zweit auf der alten BMW 700 km von Aras bei Valencia bis Granada. Die Strecke meist über 1000 Meter Meereshöhe. Der letzte Stop vor Granada mit Blick auf die immer schneebedeckte Sierra Nevada.
Das ist sie, die größte und einzig komplett erhaltene maurische Befestigungsanlage der Welt, die Al Hambra in Grenada Im Vordergrund erkennt man den Palacio Carlos V., den dieser ab 1527 in die Alhambra setzen ließ. Dahinter die Alcazaba, die schon vor der Nasridenzeit entstand. Der letzte Maurische Herrscher übergab die Festung am 2. Januar 1492 kampflos an die "katolischen Könige", um eine Zerstörung der Anlage zu verhindern. Al Hambra - Al Hambra - Auf dem Camino de los Chinos unterhalb der nördlichen Mauerrings. Al Hambra - Auf dem Camino de los Chinos unterhalb der nördlichen Mauerrings. Al Hambra - Auf dem Camino de los Chinos unterhalb der nördlichen Mauerrings.
Al Hambra - Auf dem Camino de los Chinos unterhalb der nördlichen Mauerrings. Der Weg führt hinunter zum Rio Darro und auf der gegenüberliegenden Seite hinauf in das älteste Viertel Granadas, dem Albaicin. Noch mächtiger erscheint einem von hier die Anlage. Granada - Weg zurück in die Unterstadt ... Immer wieder eröffnen sich durch die schmalen Strassenschluchten grandiose Ausblicke. Granada - Hier sehen wir zum ersten Mal eine weitere Berühmtheit: Jamon Iberica - Iberischen Schinken. Granada - Für den, der auf "Brotzeiteln" steht, ist Spanien ein Schlaraffenland... ... und auch sonst besteht die spanische Küche aus deutlich mehr, als nur Paella. Der Oktopus mit Artischocken und Tomaten-Knoblauch Sauce war ein Gedicht ...
Granada - Der Albaicin ist der älteste Ortsteil der Stadt und wurde von der UNESCO nicht umsonst ebenfalls zum Weltkulurerbe ernannt. Das 375. Bild ist am entstehen... Granada - Hier scheint sich seit Jahrhunderten wirklich nichts verändert zu haben. Granada - Hausnummer Granada, Bäckerei - Es ist Karfreitag, die Läden haben großteils geschlossen. Granada - Typisch spanisch: Kirche, Kirchenfahne und Orangenbäumchen.
Dann das: Man hat den Eindruck, die heilige Inquisition kommt. Die Stimmung ist drückend. Keiner der Zuschauer hat auch nur das kleinste Lächeln auf den Lippen. Unwillkührlich erscheinen vor einem die Bilder aus "Dem Namen der Rose" und man kann sich vorstellen, dass schon allein der Anblick des Inquisitors dem "Befragten" die Angst hat in die Glieder fahren lassen. Granada - Karfreitagsprozession Granada - Karfreitagsprozession Einige der Büßer haben sich zusätzlich ein Holzkreuz aufgebürdet.
Der Anführer der grünen Fraktion. Die Grünen sind wohl für Maria "zuständig". Auch sie wird getragen, nicht gezogen. Vor den Menschen unter dem Gestell ziehe ich in der Tat den Hut, das dürfte keine leichte Aufgabe sein. 034k KarfreitagsprozessionMaria Granada - Prächtige Altare schmücken spaniens Kirchen. Der Katholizismus in Hochkultur. Granada - fangfrische Gewürze. Granada - Die Kathedrale, ein weiteres Highlight der Stadt.
Fratze am Dach der Kathedrale. Marbella - In die Realität geschleudert ... Die komplette spanische Mittelmeerküste besteht zu 80% aus Hotelburgen und zu 20% aus Industrieanlagen. Wer macht da Urlaub?! Die älteste Stierkampfarena Spaniens steht in Ronda. Bis zum 18. Jahrhundert war Stierkampf ein schlichtes "Abstechen der Tiere" Pedro Romero (1754 - 1839) aus Ronda gab dem Stierkampf einen Großteil der noch heute gültigen Regeln. In meinen Augen immer noch ein Abstechen, die arme "Sau", der Stier hat doch keine Chance... Ronda - Rainer Maria Rilke feierte Ronda als "unvergleichliche Erscheinung der auf zwei steilen Felsmassen hinaufgehäuften Stadt." Ronda - Praktisch, wenn einer frech wurde... Ronda - Die "Neue Brücke" verbindet die beiden Hälften der Stadt. Der Knaller: In dem Zimmerchen war eine Gefängniszelle - Bewachung überflüssig, Leiter weg reicht.
Ronda - Die "kühne Konstruktion" (Rilke), hier wird sie so richtig deutlich. Ronda - Neue Brücke Ronda - Blick nach Osten Microsoft Windows Ronda - Kathedrale Santa Maria la Mayor Ronda - Die Altstadt, La Ciudat. Nach der Rückeroberung schwer zerstört, erinnert sie immer noch an die Maurenzeit.
Ronda Ronda - Für die Leute ohne Navi Bar in Ronda - Jamon Iberico, diesmal wird aber gekostet... Einfach ein Genuss. Die 'armen Schweine' werden ausschließlich (kann das sein?) mit Eicheln gefüttert, was dem Schinken die Farbe, die Struktur mit den feinen Fettäderchen und vor allem seinen Geschmack gibt. Muss man probiert haben. Eines der "Weißen Dörfer" Mezquita von Cordoba - Der Glockenturm an der Stelle des alten Minaretts.
Nach der Al Hambra in Granada das spektakulärse Bauwerk Spaniens, die Mezquita von Cordoba. Hier der Eingang zu dem Komplex mit Blick auf den Orangengarten und den Glockenturm. 057a CordobaGlockenturm Mezquita von Cordoba - Eingang zur Moschee/Kirche Die Mezquita von Cordoba ist Moschee und Kirche in einem. Nach außen umgibt sie eine schmucklose Mauer. Der Anblick im Inneren der Mosche ist einfach märchenhaft. Über 900 (!) Säulen stützten einst die Decke. Heute sind es noch 856. Die Kathedrale im Zentrum der Mezquita kann nur als Akt der Barbarei empfunden werden. Hatten die christlichen Rückeroberer die Mezquita noch kaum angetastet, so war im Spanien des 16. Jahrhundert massive Machtdemonstration angesagt.
Nachdem die Kirche errichtet war, sah er seinen Fehler ein. "Was ihr tatet, hätte man überall tun können, was ihr zerstörtet, war einmalig auf der Welt." Soll er gesagt haben. 785 kaufte (!) Abd ar-Raham I. den Christen ihren Teil ab und ließ an der Stelle der Kirche die erste Mezquita errichten. Seinerzeit die größte Moschee der Welt. In Karl V., ab 1519 Kaiser von Spanien, fanden die Domherren den geeigneten, da noch unsicheren Mann, ihr Vorhaben durchzusetzen. Mezquita von Cordoba - Ein wahrer Säulenwald, der in vier Bauabschnitten zwischen 785 und 1009 errichtet wurde. Mezquita von Cordoba - Als die Mauren Cordoba einnahmen bewiesen sie die damalige (!) Toleranz des Islam und überließen den Christen eine der beiden Hälften. Mezquita von Cordoba - Die am Boden stehenden runden Säulen werden überspannt von Hufeisenbögen, zwischen denen weitere, diesmal viereckige Säulen aufragen und die Basis für eine weitere Bogenreihe bilden. Eine geniale Idee, um Höhe zu gewinnen.
Mezquita von Cordoba - Vergleichsweise schmucklos die Außenmauern, einzig die Portale sind reich verziert. Cordoba - Die im 14. Jahrhundert errichtete Residenz der kastilischen Könige. Bis 1821 (!) führte hier die Inquisition ihr Schreckensregiment. Naturschutzgebiet Hornachuelos - Im gleichnamigen Städtchen. Alkoholfreies Bier heißt übrigens "Sin" Mittags, so hat es den Anschein, versammeln sich hier alle. Angefangen vom Handwerker über den Losverkäufer zum Motorradtouristen. Setenil - Eines der "weißen Dörfer" etwa 18 Kilometer nördlich von Ronda. Das Dorf lehnt sich unter einen gewölbeähnlichen Felsen, der den einzelnen Häusern als Dach dient. Gekrönt wird das ganze von einer gotischen Kirche. Olvera - Das Ortsbild wird geprägt zum einen von einer maurischen Burg und zum anderen von der fast festungsartigen Kirche.
Siesta - Mittags zwischen 14:00 und 17:00 Uhr läuft in Spanien wenig. Die Strassen sind leer. Olvera - Etwa 11 km hinter Setenil ein weiteres der "weißen Dörfer" Eine kleine Anhöhe mit einem Kloster auf dem Rückweg nach Ronda. Puerto Del Viento - Eine Passstrasse von Ronda hinunter zum Meer. Puerto Del Viento - Für Enduristen ein weiteres Eldorado. Zahlreiche Wege ohne jegliche Verbotsschilder zweigen hier ab. Puerto Del Viento - Wir geben jedoch Gummi, müssen wir morgen doch Nelas F 650 GS in Malaga abgeben.
Iznajar - Auf dem Weg von Malaga nach Baeza, einem der beiden Renaissance Städte. Ewig hatten wir nach einer geöffneten Bar mit Blick auf den See gesucht, ein nicht leichtes Unterfangen. Baeza - Neben Ubeda das zweite Renaissance Städtchen. Baeza - Eine winzige Landstadt und doch eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgewiesen. Baeza - Catedral Santa Maria Baeza - Mittelalterliche Gassen. Baeza
Valencia - Die Hauptstadt der Comunitat Valencia ist mit etwa 800.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Spaniens. Valencia kommt in den Beschreibung nicht gut weg - warum ist uns ein Rätsel. Valencia - OK, es gibt den ein oder anderen "Verfall" zu sehen - aber mal im Ernst, macht das nicht einen Großteil des Reizes alter Städte aus. Casablabca ... ähhh Valencia, eine Kinoreklame Valencia - Uralte Läden begegnen einem auf den kleinen Plätzen im ältestens Teil der Stadt - La Lonja. Zu jedem Getränk gibt es sie - Tapas. Kleine Schnittchen, die in touristisch unerschlossenen Gegenden kostenlos zum Bier gereicht werden, hier jedoch ein paar Euro kosten. Unglaublich lecker sind sie in jedem Fall und ersetzen ein komplettes Essen. Ein Glas Wein oder Bier, dazu die leckeren Snacks - Herz, was willst du mehr?
Valencia, Catedrale - An der Stelle einer Moschee begann man 1262 mit dem Bau, der sich über mehrere Jahrhunderte hinzog. Valencia, Plaza del Ayuntamiento - Mit seinen Wasserspielen und eleganten Bauten fast weltstädtisch. Valencia - Unser letzter Abend. Auf dem Rückweg ins Hostal gelang Nela diese Aufnahme der Lonja de la  Seda (Seidenbörse), einem UNESCO Kulturerbe der Menschheit.